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Wie Sie ein multinationales Team erfolgreich führen

Wie Sie ein multinationales Team erfolgreich führenAus Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und Kompetenzen ein erfolgreiches Team zu machen, ist eine der anspruchsvollsten Führungsaufgaben. Wenn die Teammitglieder auch noch aus verschiedenen Kulturen stammen und verschiedene Sprachen sprechen, fühlt man sich schnell wie der Turmbauer von Babel. Andererseits kann gerade die Diversität eines Teams sein größter Vorteil sein und zu mehr Kreativität und Effektivität führen. Im Folgenden ein paar Tipps und Anregungen, wie Sie ein multinationales Team erfolgreich leiten.

Probleme in multinationalen Teams

Eine Herausforderung, die sich in multinationalen bzw. multilingualen Teams besonders stellt, ist die der erfolgreichen Kommunikation. Eine „gemeinsame Sprache“ zu finden, ist selbst bei deutschen Muttersprachlern nicht immer einfach. Wer zusätzlich zu seinen eigentlichen Teambildungs- und -führungsaufgaben auch noch zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen vermitteln muss, fühlt sich schnell überfordert. Und auch wenn man sich auf Englisch als Teamsprache geeinigt hat, kann es zu Kommunikations- und Übersetzungsproblemen oder auch zu sprachlich bedingten „Rudelbildungen“ kommen, wenn verstärkt nur noch die jeweiligen Muttersprachler miteinander reden. Das Sprechen mit einer fremden Sprache kann zudem zu einer verlangsamten Kommunikation führen und zu einer mangelnden Genauigkeit, was wiederum Missverständnisse oder unbeabsichtigtes Fehlverhalten hervorrufen kann. Die Folgen von alldem können sein: mangelnde Effektivität und Produktivität.

Vorteile multinationaler Teams

Auf der anderen Seite kann gerade das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Sprachen, Meinungen und Sichtweisen zu erhöhter Kreativität führen. Die Spannbreite an Ideen, Perspektiven und Lösungsvorschlägen ist in einem Team, das sich aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Biografien speist, erwartbar höher als bei einem Team mit einem eher homogenen kulturellen und sozialen Hintergrund. Außerdem ist innerhalb eines interkulturell „sensibilisierten“ Teams womöglich auch die Bereitschaft größer, auf die Ideen und Argumente der anderen Mitglieder wirklich einzugehen und diese zu verstehen, das heißt: stärker die anderen Meinungen und Sichtweisen wahrzunehmen und zu respektieren anstatt in allzu schnelles, konformes Gruppendenken zu verfallen. Insgesamt kann das für ein multinationales Team bedeuten: mehr Effektivität und Produktivität.

Mehr Kommunikation

Wie jetzt, werden manche fragen: sind multinationale Teams nun produktiver oder nicht? Die Antwort darauf lautet: ja, mit der richtigen Leitung und unter den richtigen Voraussetzungen. Und was diese betrifft, so sind diese gar nicht so viel anders als bei rein nationalen Teams. Denn tatsächlich entstehen die meisten Missverständnisse in internationalen Teams gar nicht so sehr durch die Kultur- und Sprachunterschiede zwischen den Teammitgliedern, sondern beispielsweise dadurch, dass Anweisungen nicht klar genug formuliert und kommuniziert werden; oder dass die Rollen, Aufgaben und Spielregeln innerhalb des Teams nicht eindeutig genug definiert sind. Auch wird in multinationalen wie auch in vielen anderen Teams nicht unbedingt falsch, sondern schlicht und einfach zu wenig kommuniziert, das heißt: dass es beispielsweise zu wenige regelmäßige Meetings oder auch Feedback gibt. Hier für mehr Klarheit und Struktur zu sorgen, ist Aufgabe der Teamleitung.

Kulturelle Synergien

Das heißt trotzdem nicht, dass es aufgrund (arbeits-)kultureller Eigenheiten in multinationalen Teams nicht zu besonderen Problemen kommen kann, die sich in nationalen bzw. homogenen Teams so nicht stellen. Ein Beispiel: während deutsche Mitarbeiter gerne alles detailliert bereden und schriftlich festhalten, können andere Teammitglieder dadurch schnell genervt sein. Oder es kann sich beispielsweise bei der Email-Kommunikation herausstellen, dass die einen aufgrund kultureller Gepflogenheiten erst bei der dritten Aufforderung reagieren, andere sich wiederum immer erst nach einer abgelaufenen Deadline melden.

Auf die Qualitäten der Teammitglieder achten

Solche Probleme lassen sich aber ganz einfach lösen, indem man sie bei der Teamkommunikation mit einkalkuliert und beispielsweise für bestimmte Mitglieder in einer gesonderten Email die Deadline früher setzt. Oder indem man einzelne Mitarbeiter einfach gesondert öfter anschreibt, anstatt alle zusammen mit wiederholten gemeinsamen Rundmails zu nerven. Insgesamt bedeutet das, auf die Eigenheiten und Besonderheiten und das heißt vor allem auch: auf die Qualitäten der eigenen verschiedenen Mitarbeiter verstärkt zu achten – damit aus den kulturellen Unterschieden kulturelle Synergien werden und keine kulturellen Konflikte oder Gräben. Aber das ist wiederum ein Verhalten, das man von jeder guten Führungskraft erwarten kann.